Auf mehr als 5000 handgeschriebenen Seiten hat Joseph Pamler die Geschichte und Topografie des damaligen Dekanats Aidenbach festgehalten.
Sämtliche Chroniken weisen eine einheitliche Gliederung auf. Eine große Besonderheit sind die Abschnitte über die zugehörigen Dörfer, Weiler und Einöden. Akribisch hat er die Historie selbst der kleinsten Einheit jeder Pfarrei beschrieben.
Arbeitspapiere zu seiner Arbeit (sog. Handakten) sind bisher nicht aufgetaucht, auch nicht die Originale der 3 Bücher, welche in den VHVN erschienen sind. Aufaddiert hat Pamler etwa 2.600 mit Tinte und Feder handgeschrieben Seiten erstellt. Der größte Teil ist im Original erhalten und liegt im Archiv des Bistums Passau. Wie Pamler es bewerkstelligte mit der Genauigkeit und Sauberkeit die Bücher in einem Zeitraum von lediglich etwa 3 Jahren zu verfassen ist unter Berücksichtigung seiner gesundheitlichen Einschränkungen und der Arbeitsmittel nicht nachvollziehbar.
Nach welcher Systematik Joseph Pamler die Chroniken des Dekanats aufgebaut hat, lässt sich ableiten aus: „Tabellarische Beschreibung des Bisthums Passau mit einer Karte desselben – herausgegeben von Martin Süss – Vikar an der Domkirche zu Passau und Sekretär des bischöfl. Ordinariats – Passau, 1828“ (Download, © Bayerische Staatsbibliothek 2013/Google Books; insbesondere Übersicht S. 21 – 23 und Dekanat Aidenbach S. 45 – 60)
Pamler folgt exakt den dort angeführten statistischen Erhebungen. Jede Pfarrei ist mit den bei Martin Süss aufgelisteten Ortnamen mit teilweise sehr detaillierten Recherchen zu den jeweiligen Ortsteilen genau beschrieben. Bisher sind derartige Beschreibungen der anderen 17 Dekanate des Bistums Passau nach „System Martin Süss“ nicht bekannt. Es wäre von Bedeutung, zumindest einzelne Chroniken im Bistum Passau aus der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu finden, die einem ähnlichen Aufbau wie die Chroniken Pamlers folgen.
Die Originalschrift der Chronik der Pfarrei Aldersbach galt bis 2013 als verschollen. Martin Lang vom Archiv des Bistums Passau entdeckte sie jedoch im Oktober 2013 als unscheinbares Büchlein zwischen vielen anderen in den Regalen des Pfarrarchivs von Aldersbach. Obwohl auf dem Buchdeckel kein Hinweis auf den Inhalt steht, man auf der Innenseite vergeblich nach einem Titel sucht und auch der Name „Pamler“ fehlt, konnte sie aufgrund des Schriftbildes und der Gliederung des Stoffes eindeutig dem Komorantpriester Joseph Pamler aus Aidenbach als Verfasser zugeordnet werden.
Zur Zeit Pamlers war Aldersbach mit 536 Seelen im Jahre 1827 und 556 Seelen im Jahre 1867 die kleinste Pfarrei im damaligen Dekanat Aidenbach.
Die Aufzeichnungen sind folgendermaßen gegliedert und wiederholen sich zum Teil inhaltlich:
Die Interpunktion und die Orthographie Pamlers, die zum Teil erheblich von den heutigen Schreibweisen abweichen, wurden bei der Transkiption mit übernommen, um sie möglichst originalgetreu wiederzugeben, z. B. Gränze, resignirt, sämmtliche, Quatier,……… . Stellen, bei denen ein Wort nicht zu „entziffern“ war, sind mit (..?..) gekennzeichnet.
Die Originalschrift der Chronik der Pfarrei Aldersbach befindet sich im Archiv des BistumsPassau und trägt die Signatur „ABP PfA 156 a“. Als Vorlage für die Transkription diente eine DVD mit den insgesamt 210 eingescannten Seiten.
Zur Transkription:
Josef Pamlers handschriftliche „Beiträge zur Geschichte des Pfarrbezirks Aunkirchen“ liegen im Archiv des Bistums Passau in einem blau gebundenen Band mit der Signatur ‚ABP PfA Aldersbach 157‘ vor. Dabei handelt es sich aber vermutlich nicht um die Reinschrift seiner Chronik. Die Anordnung der einzelnen Kapitel – jedes beschreibt einen Ort oder einen Weiler oder auch nur einen Einödhof – ist von Pamler offenbar wiederholt geändert worden, was zur Folge hat, dass die Seitenzählung nicht durchläuft, sondern immer wieder umgestellt oder neu geplant werden musste. Auf diese Weise haben viele Seiten zwei Seitenzahlen, die z. T. wieder gestrichen sind oder auch ganz fehlen. Im Transkript wurden auf solche Brüche jeweils hingewiesen, ohne sie systematisch zu verfolgen. Auch sind die Seiten durch zahlreiche Streichungen und häufig sehr schwer oder gar nicht mehr zu entziffernde Randbemerkungen gekennzeichnet. In den Band eingelegt oder eingebunden sind 4 Seiten von fremder Hand mit Korrekturen und Ergänzungen zu Pamlers Text. Er hat sie, soweit festgestellt werden konnte, noch in seinen Text eingearbeitet.
Herrn Bögl lagen die „Beiträge“ nicht im Original, sondern in Form einer DVD vor. Eine Ausnahme hiervon machte nur das Kapitel über Schönerting. Hier hatte er eine 1858 gedruckte Version zur Verfügung, die mit der Handschrift, die wohl als Vorlage diente, verglichen werden konnte. Diese Vorlagen wurden grundsätzlich wörtlich übertragen. Dabei wurden Orthographie und Zeichensetzung den heute üblichen Regeln angepasst.
Die Ausdrucksweise hat Bögl, wo sie unser heutiges Sprachgefühl sehr stört, behutsam „modernisiert“, das gilt vor allem für das inzwischen oft sehr betulich wirkende e-Suffix beim Dativ (dem Thurme, im Jahre), das immer weggelassen wurde.
Unangetastet blieb Pamlers meist sehr sorglose Art des Zitierens, die heutigen Standards und Forderungen an Genauigkeit in keiner Weise mehr entspricht. Häufig überträgt er ältere Sprachformen und ganze Texte in die Sprache seiner Zeit, führt sie aber mit Inquit-Satz und Anführungszeichen als Zitat an. Auch mischt er formal als Zitat gekennzeichnete Stellen übergangslos und ohne jeglichen Hinweis mit seinem Kommentar. Vor allem bei den aus älteren Quellen zitierten Textpassagen sind seine „Zitate“ alles andere als wörtliche Wiedergaben. Das kann man leicht nachprüfen an den in den beiden Kapiteln über Aunkirchen zitierten Auszügen aus alten Urkunden, die in der 1. Fassung oft ganz anders lauten als bei der Wiederholung in der 2. Fassung, man vergleiche nur die Seiten 5 und 11 miteinander!
Auf Grund dieses Sachverhalts wäre eine Abänderung der Zitate, die sie in korrekte Form brächte, einer Verfälschung der Vorlage gleichgekommen und wurde daher grundsätzlich unterlassen. Lesern, denen es bei den jeweiligen Stellen auf den authentischen Wortlaut ankommt, kann ein Blick in die von Pamler zitierten Vorlagen nicht erspart werden.
Die Chronik der Pfarrei Beutelsbach hat in ihrer Aufarbeitung eine längere Geschichte.
Mit der Veröffentlichung im Geschichtsprojekt Joseph Pamler ist ein vorläufiger Abschluss erreicht. Die Verknüpfung mit dem bisher nicht veröffentlichten Häuserbuch von Beutelsbach 1624 – 1927 und die Möglichkeiten der Einsicht in die Kirchenbücher der Pfarrei Beutelsbach über www.matricula-online.eu wird eine Gesamtschau auf die Geschichte dieses bereits vor über 1200 Jahren erstmals erwähnten Ort ermöglichen.
1973 hat sich der leider früh verstorbene Lehrer Hubert Kalhammer mit seiner Ortsbeschreibung „Putilespah“ zu Beutelsbach verdient gemacht. Kalhammer hat sorgsam und umfänglich recherchiert. Warum er weder Zugriff auf die Chronik Pamlers, die Abschrift von Silbereisen noch auf das Häuserverzeichnis erlangte, bleibt uns verborgen.
Im Jahr 2002 konnte Johann Plattner eine Kopie einer „Chronik von Beutelsbach“, welche als Original im Familienbesitz Silbereisen in Beutelsbach war, erhalten. Sie wurde vermutlich von Johann Silbereisen angefertigt. Der Verfasser des Originals war Plattner anfänglich nicht bekannt. Zusammen mit Nikolaus Arndt wurde festgestellt, dass die Grundlage dieser Chronik zweifelsfrei die Chronik von Joseph Pamler von 1856 war, welche als Original im Archiv des Bistums Passau aufbewahrt ist.
Eine Scan-Version der Original-Chronik von Joseph Pamler zur Pfarrei Beutelsbach (ABP Pfa Aldersbach Nr. 158) wurde durch das Archiv des Bistums Passau mit engagierter Unterstützung durch Archivdirektor Dr. Herbert Wurster zur Verfügung gestellt. Die Kosten für diese Kopien hat dankenswerterweise die Gemeinde Beutelsbach übernommen.
Ein Vergleich der Chroniken zeigt zweifelsfrei, dass die Pamler-Chronik die ursprüngliche Arbeitsgrundlage ist. Silbereisen hat geringfügig verkürzt, aber die Aussagen beibehalten.
Mein Transkript, welches an der einen oder anderen Stelle mit dem im Verlauf der Bearbeitung durch Pamler sich kontinuierlich verschlechternden Schriftbild zu kämpfen hat, kann vom interessierten und versierten Leser an der einen oder anderen Stelle durch Vergleich verbessert werden.
Die Chronik Pamlers zu „Geschichte und Topographie von Beutelsbach von Joseph Pamler, Sept. 1856“ in der gebundenen Version aus dem Archiv des Bistums Passau (ABP Pfa Aldersbach 158) ist kein in sich abgeschlossenes und strukturiertes Werk. Pamler hat vermutlich nach der Erstfassung bei seiner Arbeit im Archiv des Schlosses Haidenburg immer wieder Ergänzungen der Chronik vorgenommen. Dies entweder in der Randleiste oder durch Umschreiben in neuere Versionen.
Das Gesamtwerk der Originalchronik enthält insgesamt 304 Scan-Seiten. Davon auf 16 Seiten des Häuserverzeichnises von Cooperator Freimoser, Beutelsbach von 1857.
Insgesamt hat Johann Plattner in der Neufassung, von Pamler belassenene Überarbeitungen, mit insgesamt 4 Seiten ausgesondert. Dies dient ausschließlich der Übersichtlichkeit.
Weil in der Originalchronik teilweise bis zu 4 Versionen eines Kapitels eingebunden sind, hat Plattner in einer Überarbeitung die letzgültige Version, dort wo mehrere Varianten vorhanden waren, als ein Werk zusammengefügt.
Joseph Pamler hat zur Bauernschlacht 1706 den Abschnitt aus dem Sterbebuch der Pfarrei Beutelsbach zwei mal verwendet, nämlich in der Chronik von Aidenbach und in der von Beutelsbach. Wegen seiner Wichtigkeit bleibt der Abschnitt in der Chronik von Beutelsbach sowie in der Beschreibung der Schlacht von Aidenbach 1706 in der Veröffentlichung des Geschichtsprojekts.
Häuserverzeichnis Cooperator J.G. Freimoser von 1857
In die Originalchronik ist auf 16 Seiten ein Häuserverzeichnis von J. G. Freimoser, Cooperatorvon Beutelsbach von 1857 eingebunden. In diesem Verzeichnis sind sämtliche Häuser der einzelnen Ortschaften aufgeführt. Cooperator Freimoser hat einen sozialgeographisch interessanten Aspekt berücksichtigt, in dem er zu jedem Haus die aktuellen Bewohner aufgeführt hat.
Aufsummiert hatte die Pfarrei Beutelsbach damit 1857 169 Häuser mit insgesamt 1265 Einwohnern.
Häuserverzeichnis von Beutelsbach
Im Archiv des Bistums Passau befindet sich das Original: ABP, Pfbb. Beutelsbach, 21) Familienbuch der ansässigen Familien 1624 bis ca. 1910, R
In diesem schönen bisher nicht transkribierten bzw. bearbeiteten Werk finden sich eine Vielzahl von Hinweisen zusätzlich zu den Matrikeln. Dieses Familien- (oder Haus-) Buch ist auch online bei den Kirchenbüchern Pfarrei Beutelsbach zu finden.
Im Häuserverzeichnis sind für sämtliche Anwesen von Beutelsbach von 1624 bis 1838 Angaben zu Tauf-, Trauungs- und Sterbedatum und einige Bemerkungen zum jeweiligen Eigentümer enthalten. Verfasser ist vermutlich Ludwig Bründl, Pfarrer in Beutelsbach 1837 bis 1838.
Josef Fürst, Pfarrer in Beutelsbach 1907 bis 1927, hat 1908 nach gleichem Muster ein neues Häuserbuch angelegt aufbauend auf dem von Pfarrer Bründl. Dieses Häuserbuch befindet sich im Pfarramt Aidenbach.
Josef Plattner hat es mittlerweile transkribiert. Eine Veröffentlichung steht aus.
Transkript der originalen Pfarrchronik von Joseph Pamler:
Für die Gemeinde Beutelsbach stehen damit umfangreiche historische Belege der jahrhundertelangen Besiedlung zur Verfügung. Joseph Pamler hat die Geschichte der Pfarrei korrekt widergegeben. Hubert Kalhammer hat mit seinem Buch „Putilespah“ wertvolle Ergänzungen angefügt.
Das Häuserverzeichnis wird die Geschichte Beutelsbachs noch weiter erhellen.
Die über www.matricula-online.eu im Internet einsehbaren Kirchenbücher sind ein zusätzliches aus der Heimat- und Familienforschung nicht mehr wegzudenkendes Hilfsmittel. Gerade für Beutelsbach mit dem angehängten Familienbuch lässt Matricula-Online fast schon eine lückenlose Betrachtung der Bevölkerung von 1628 bis zur aus Datenschutzgründen spätest möglichen Veröffentlichung zu.
Zur Transkription:
Der zu transkribierende Text lag Josef Heindl in Form von 179 Scans auf einer DVD vor. Er hielt es für richtig, Pamlers Sprache, bzw. Ausdrücke und die damals übliche Rechtschreibung, die im Gegensatz zu heute noch keinen Regeln unterworfen war, wörtlich zu übernehmen, um den Leserinnen und Lesern auch auf diesem Gebiet einen Einblick in die damalige Zeit zu gewähren. Offensichtlich brachten nach dem Tod von Joseph Pamler auch andere Personen Randnotizen an; unleserliche wurden nicht übertragen, ganz gleich, ob sie von Pamler stammten oder nicht.
Nachdem im Original die Seitenzahlen nicht fortlaufend waren, werden an deren Stelle die Scan-Nummern angeführt.
Die Chronik der Gemeinde Egglham wurde 2012 im Pfarrbüro Egglham aufgefunden. Anschließend transkribierte Herr Werner Meier das Werk.
Erläuterung zur Abschrift:
Die Handschrift von Pamler ist wörtlich wiedergegeben. Die ursprünglichen Seitenzahlen wurden verwendet. Die originale Rechtschreibung wurde übernommen. Die zahlreichen Zusätze und Notizen am Rand stammen zum Teil nicht von Pamler, sondern sind später hinzugefügt worden. Sie wurden als Fußnoten übernommen. Eigene Erklärungen und Anmerkungen sind als solche kenntlich gemacht (kursiv).
Dort wo die Handschrift nicht eindeutig zu interpretieren war, sind die Lücken durch Punktierung gekennzeichnet.
Die Beschreibung wurde in den Verhandlungen des Historischen Vereins für Niederbayern 1886 veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgte nach Pamlers Tod 1861 und wurde anscheinend von dem Priester Fuchs aus Dommelstadl initiert. Die Arbeit trägt die „Handschrift“ Joseph Pamlers und folgt der Systematik der anderen Chroniken. Interessant ist, dass sich die Beschreibung der Pfarrei Egglham in ihren Grenzen mit den Grenzen der jetzigen Gemeinde deckt. Herr Tausche vom Stadtarchiv Landshut gab 2011 die Erlaubnis zur Veröffentlichung im Geschichtsprojekt Joseph Pamler.
Der Geschichtsverein Egglham hat in seiner Schriftenreihe einen Abdruck der Chronik aus den VHVN (genehmigt) in moderner Schriftart veröffentlicht. In diesem Zusammenhang der Hinweis, dass dies bisher der einzige Akt war, das Geschichtswerk Pamlers einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Hinweis auf weitere Bearbeitungen zur Heimatgeschichte der Gemeinde Egglham:
Die Originalschrift der Chronik der Pfarrei Galgweis, verfasst von Joseph Pamler, befindet sich im Archiv des Bistums Passau und trägt die Signatur „ABP PfA Aldersbach 160“.
Als Vorlage für die Transkription diente allerdings eine DVD mit den insgesamt 332 eingescannten Seiten des umfangreichen Werkes.
Die Pfarrei Galgweis war zum Zeitpunkt, als Pamler die Chronik verfasste (ca. 1858), die größte Pfarrei im damaligen Dekanat Aidenbach und zählte lt. einer Angabe für das Jahr 1827 2348 Seelen (Martin Süss) und 2900 Seelen im Jahr 1867 (Rottmayr). Pamler selbst gibt 1858 die Zahl mit 2928 an. Somit hatte innerhalb des gesamten Dekanates lediglich die Pfarrei Galgweis einen für damalige Verhältnisse nennenswerten Zuwachs zu verzeichnen. Der Grund dafür dürfte die Gründung der „Kolonie Forsthart“ mit einem beträchtlichen Umfang an neuen Häusern und Einwohnern gewesen sein.
Zum Vergleich: Die Pfarrei Aldersbach zählte 1827 536 Seelen, 1867 556 Seelen. Die Pfarrei Galgweis hatte also damals fünfmal soviele Pfarreimitglieder wie Aldersbach.
Außer einem Ausschnitt von ca. 55 Seiten, den der Expositus Georg Nagl 1878 für die „Geschichte des Expositurbezirks Walchsing“ als wahrscheinlich einzige Grundlage verwendete, ist die Chronik der Pfarrei Galgweis bisher nicht veröffentlicht worden.
Ergänzend und hilfreich für die Heimatforschung sind sicher auch „Das Walchsinger Häuserbuch“ und „Das Kriestorfer und Gainsdorfer Häuserbuch“, beide zusammengestellt von + Richard Pesl, Aidenbach, in den Jahren 1998 und 2000.
Bei der Transkription wurden die von der heutigen Orthographie abweichenden Schreibweisen Pamlers beibehalten, z. B. Gränzen statt Grenzen, sämmtlich statt sämtlich, Waizen statt Weizen, Eigenthum statt Eigentum, -iren statt –ieren usw.
Die Chronik des Pfarrbezirkes Haarbach galt lange Zeit als nicht auffindbar. Die Suche war schon aufgegeben.
In „Haarbach und seine Wolfachtaler Orte“ von Peter Kasbauer 1993 verweist der Verfasser mehrmals auf die Pfarrchroniken von Joseph Pamler zu Uttlau und Rainding, an keiner Stelle auf die von Haarbach. Eine Chronik der Pfarrei Haarbach stand also keiner weiterführenden Bearbeitung zur Verfügung, denn sie war spurlos verschwunden. Die Vermutung lag jedoch nahe, dass sie – wie alle anderen Arbeiten zu den Pfarreien des Dekanats Aidenbach – von Pamler verfasst worden war.
Durch einen Bericht in der PNP zum Zufallsfund der Pamler-Chronik zum Pfarrbezirk Aldersbach, wurde Dr. Kudörfer, Archivdirektor i.R. der Staatsbibliothek München, auf das „Geschichtsprojekt Joseph Pamler“ aufmerksam. Er informierte Nikolaus Arndt darüber, dass in der Staatlichen Bibliothek in Passau, Michaeligasse, eine Reihe von Abschriften der Pamler-Chroniken verwahrt sind. Unter anderem die des Pfarrbezirks Haarbach. Ein kurzer Besuch bei Dr. Kudörfer in der Staatlichen Bibliothek und die Übergabe von Scans war ganz unbürokratisch eingeleitet.
Die Abschriften von insgesamt sechs Chroniken wurden um 1880 – der Grund ist nicht bekannt – originalgetreu von den cand. theol. Stinglhammer und Gion in gut lesbarer Schrift und teilweise um eigene Forschungen ergänzt, in gebundener Form, zuerst unter „Ordinariatsbibliothek Passau – Hist 149 VII FSV“ abgelegt. Später in der Staatlichen Bibliothek in Passau unter „ Dekanat Aidenbach VIII. – Msce. 63“. Selbst dem besten Kenner der Passauer Archive und stets hilfsbereiten Unterstützer der Laienforscher, Archivdirektor a.D. Dr. Herbert Wurster waren die Abschriften nicht bekannt.
Der aufwändige Schritt der *Transkribierung wurde von Berta und Klaus Kellberger aus Rainding mit enormem Stundenaufwand und professionellem Ergebnis durchgeführt: „Da wir vor vielen Jahren schon die Raindinger Pfarrchronik Pamlers transkribiert hatten, haben wir uns auf Nachfrage von Herrn Arndt nun auch der Transkription der Haarbacher Pfarrchronik angenommen. Was lange währt, wird endlich gut; im Mai 2027 konnten wir die Arbeiten an der letzten verbliebenen Pamler-Chronik abschließen. In der vorliegenden Abschrift ist im letzten Teil des Buches (Seite 115 bis 122) ein lateinischer Teil enthalten, der unserer Ansicht nach nicht von Pamler selbst stammt, sondern wahrscheinlich später dazugeschrieben worden ist.
Der Vollständigkeit halber haben wir diesen lateinischen Teil auch eingefügt; dankenswerterweise hat Herr Dirnberger Matthias aus Parschalling diese Seiten aus dem Lateinischen übersetzt.“
Mit dem Transkript der Pfarrchronik von Haarbach ist nach jahrelanger Recherche und tausenden Stunden für die Übertragung (Transkript) in lesbare Form durch eine Reihe von ehrenamtlichen Forscherkollegen ein unermesslicher Schatz der Heimatgeschichte im Dekanat Passau der Öffentlichkeit über das Internet zugänglich.
Das Werk von Joseph Pamler lag Josef Heindl nicht im Original vor, sondern in Form von 162 Scans auf einer CD mit der Bezeichnung ABP PfA Aldersbach 161.
Pamlers Sprache und Rechtschreibung hat Heindl aus dem Original unverändert übernommen wie z.B. Pizling, Pabst, Heirath, Gränze, Thal, Wirth, Erlaubniß, Urtheil usw., um den Leserinnen und Lesern nicht vorzuenthalten, wie man sich damals ausdrückte und wie man schrieb. Im Falle einer Veröffentlichung seines Werkes, z.B. im Internet, lässt sich das mit einem Satz erklären.
Wann Joseph Pamler mit der Beschreibung von Hartkirchen begann, kann man nicht genau bestimmen. Er dürfte in der ersten Hälfte des Jahres 1847 als Kooperator in Vilshofen abgelöst worden sein und bald darauf mit den Pfarreibeschreibungen begonnen haben. Wie darüber hinaus zu vermuten ist, nahm er sich zunächst die weiter entfernten Pfarreien vor. Dies dürfte auf alle Fälle bei Hartkirchen so zutreffen, denn seine Handschrift ist hier vom Anfang bis zum Ende sehr gut leserlich. Die Randvermerke, die im Gegensatz dazu kaum noch zu entziffern sind, wird er noch kurz vor seinem Tod angebracht haben.
Auf Seite 1 des Originals ist Joseph Pamler ein Irrtum unterlaufen. Die Pfarrei Pitzling grenzte im Osten wohl an Galgweis, nicht aber an Kirchdorf. Er wird Galgweis und Kriestorf gemeint haben. Die Angrenzer im Norden sind richtig, nämlich Kirchdorf, Buchhofen und Aholming.
Den Weiler Antonsruh erwähnte er überhaupt nicht, obwohl dieser älter als Neuölling ist, worüber er jedoch berichtete.
Bei Eichet wurde Joseph Pamler anscheinend durch Aufzeichnungen in Monumenta Boica V. 364 in die Irre geleitet; danach soll dieser Weiler schon im Jahre 1311 erwähnt worden sein. Hier war wohl ein anderer Ort mit einem ähnlichen Namen gemeint, denn tatsächlich entstand Eichet als Neuansiedlung im Jahr 1811 auf dem Grund eines abgeholzten Eichenwaldes, der vorher den Grafen von Moos gehörte.
Zwischen den Seiten 73 und 74 der Originalschrift befindet sich ein Blatt mit Notizen einer anderen Person. Diese stichpunktartigen Aufzeichnungen hat Josef Heindl nicht übertragen, weil sie nicht von Joseph Pamler stammen und die auf diesem Blatt festgehaltenen Daten ohnehin im Gesamtwerk enthalten sind.
Abgesehen von den von Joseph Pamler zum Teil nicht zu vertretenden oben aufgeführten Bagatellfällen, kann man seine Arbeit, insbesondere in Anbetracht seines Gesundheitszustandes, als eine heimatkundliche Meisterleistung bezeichnen. In seinen oft langen, ordentlich gegliederten Sätzen, findet man kaum eine Streichung.
Die Chronik der Pfarrei Rainding von Joseph Pamler liegt nicht im Original vor. Das hier vorgelegte Transkript kommt von einer handschriftlichen, in Leder gebundenen Abschrift, welche vor 1902 entstanden ist. Diese Original-Abschrift ist wie weiter unten angemerkt im Besitz von Eduard Sammereier in Rainding. Das Transkriptwurde 2004 von Berta und Klaus Kellberger aus Rainding erstellt und dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Eine Foto-Kopie der Original-Abschrift befindet sich im Archiv des Bistums Passau: Pamler Josef (?): „Historische Darstellung der Entstehung der frühern Herrschaft und jetzigen Pfarrei Rainting und der hierzu gehoerigen Ortschaften“
In der Original-Abschrift wird als Vermutung ausgesprochen, dass der 1820 verstorbene Andreas Pamler, er war ein Onkel Joseph Pamlers, diese Chronik verfasst hat. Eine kuriose Todesursache ist für Andreas Pamler auf Seite 327 (Originalseite) der Chronik vermerkt: „22. Andreas Pamler vom Jahre 1810 bis 1812, Pfarrprovisor dann Pfarrer in Rainting bis zum 14.September 1820, an welchem Tage er nach dreitägigem durch vergifteten Schnupftabak verursachten Nasenbluten starb…“
Da die Aufzeichnungen kontinuierlich bis 1860 fortfahren ist mit großer Wahrscheinlichkeit Joseph Pamler der Verfasser. Darauf deuten auch die Systematik und der Stil der Aufzeichnungen hin. Ein weiterer Beleg für den Verfasser Joseph Pamler ist eine Teilchronik von Dorfbach und der dort umliegenden Ortschaften: „Geschichte der Pfarrei Dorfbach aus: Geschichte von Rainding, geschrieben „1859“ von Martin Bauer, Pfarrer in Rainding“aus dem Jahr 1925.
Pfarrer Bauer nimmt als Grundlage seiner Ausführungen zweifelsfrei die Ausarbeitungen von Joseph Pamler. Die Angaben Pamlers werden an vielen Stellen umfangreich ergänzt. Eine Trennung zwischen der Arbeit Pamlers und eigenen Recherchen hat Pfarrer Bauer allerdings nicht vorgenommen. Eine Bearbeitung dieser Chronik von Pfarrer Bauer mit Trennung der Bearbeitung steht noch aus. Die mit Schreibmaschine gefertigte Teilchronik „Geschichte der Pfarrei Dorfbach (1925)“ ist in den Unterlagen.
Die Chronik der Pfarrei Uttigkofen von Joseph Pamler liegt als Kopie unter PfA Nr. 5 des Pfarrarchivs Uttigkofen im Archiv des Bistums Passau. Das Original ist bisher nicht aufgefunden.
Grundlage für die nachstehende Version ist eine Kopie in Maschinenschrift. Der Bearbeiter ist unbekannt. Es handelt sich aber zweifelsfrei um eine originalnahe Bearbeitung. Die Unterlage wurde vom Archiv des Bistums Passau über ein spezielles Textbearbeitungsprogramm aufbereitet.
Auf dieser Grundlage konnte eine verständliche und nahezu korrekte Abbildung der ursprünglichen Chronik von Joseph Pamler rekonstruiert werden. Eine weitere Überarbeitung, um Deckungsgleichheit mit dem Original zu erreichen, steht noch aus.
Für den Teilbereich der späteren Pfarrei Emmersdorf liegt im Archiv des Bistums Passau ein Original. Es ist zweifelsfrei die Teilabschrift aus der Originalchronik von Uttigkofen von Joseph Pamler zu Emmersdorf. Der Ersteller der Abschrift hat auch keinen Verweis auf seine Quelle gegeben.
Die Teilchronik von Emmersdorf ist von dem unbekannten Ersteller umfangreich ergänzt worden. Zusätzliche Angaben zu der Chronik Pamlers reichen von 1858 bis 1911.
Die Teilchronik Emmerstorf wurde von Klaus-Peter Vetter aus Emmerstorf im Jahre 2009 transkribiert.
Die alte Pfarrei Uttigkofen umfasst große Teile der Gemeinde Aldersbach u. a. mit den Ortschaften Uttigkofen, Haidenburg, Freundorf, Heinrichsdorf und Pörndorf. Der Bereich der jetzigen Pfarrei Emmersdorf neben dem Hauptort Emmersdorf mit vielen kleineren Ortschaften gehört zur Gemeinde Johanniskirchen. In geringerem Umfang sind auch Ortschaften im sogenannten „Gründl“ erfasst, die heute zur Marktgemeinde Aidenbach gehören.
Von Joseph Pamler ist 1866 (nach dem Tod von Joseph Pamler 1861) in den „Verhandlungen des Historischen Vereins für Niederbayern“ (VHVN XII. Band, 2. u. 3. Heft) eine sehr umfangreiche Abhandlung zur Grafschaft Haidenburg abgedruckt. Diese Beschreibung ist separat im Geschichtsprojekt enthalten. Sie ist Grundlage vieler Quellen von Geschichtsbüchern zur Geschichte unserer Region innerhalb der letzten 150 Jahre. Die Originalschrift Pamlers zur „Grafschaft Haidenburg“ wurde bisher nicht aufgefunden.
Zur Transkription:
Die Handschrift von Pamler ist wörtlich transkribiert und mit den ursprünglichen Seitenzahlen versehen, damit Korrekturen später noch eingearbeitet werden können. Die veraltete Rechtschreibung wurde durchgehend übernommen, um die Authentizität nicht zu verfälschen. Der Transkriptionstext soll ja das historische Original nur abbilden und nicht korrigieren. Es fehlt im Original eine Literaturliste, deshalb wurde die von Pamler benutzte Literatur wörtlich in die Anmerkungen übernommen. Die Literatur müsste nach der heute üblichen Zitierweise erst noch überarbeitet werden. Die zahlreichen Zusätze und Notizen am Rand stammen zum Teil nicht von Pamler, sondern sind später hinzugefügt worden und wurden von uns als solche vermerkt. Unsere eigenen Erklärungen und Anmerkungen sind als solche kenntlich gemacht. Ein Register der Ortschaften müsste ebenfalls noch erstellt werden. An wenigen Stellen war die Handschrift nicht eindeutig zu interpretieren und diese sind als Lücken gekennzeichnet.
Reinhard und Andreas Hofer hoffen, dass ihre mühevolle Kleinarbeit den örtlichen Geschichtsforschern und den Einwohnern von Uttlau und Umgebung neue Erkenntnisse bringt und Freude macht.
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